Wieso sind Speisen mit Zucker so lecker?

Zucker gilt als ungesund, als Dickmacher und als schlecht für die Zähne. Dennoch können die meisten Menschen nicht auf Zucker verzichten. Zucker ist überall günstig zu haben. Er ist aufgrund der Industrialisierung als Genuss- und Nahrungsmittel kaum mehr wegzudenken. Von der Lebensmittelindustrie wird Zucker bevorzugt, weil er den Geschmack von Lebensmitteln wie beispielsweise Ketchup intensiviert. Um den Geschmack bei fettreduziertem Joghurt zu erhalten, wird dieser ebenfalls oft mit Zucker verfeinert.

Bei Zucker handelt es sich um ein Kohlenhydrat, das neben Fetten als wichtiger Energielieferant für unseren Körper und unser Gehirn dient. Täglich verbrennt unser Gehirn 140 g Glukose. Dies entspricht ca. 14 Esslöffeln Zucker. Das Kohlenhydrat gelangt über den Darm schnell ins Blut und somit ins Gehirn und ist folglich der ideale Garant für eine schnelle Versorgung mit Energie. Ideal für sportliche Aktivitäten beispielsweise. Bei der Einnahme von Zucker schießt der Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe. Damit der Zucker über die Blutbahn schnell zu den Körperzellen gelangt, gibt es das Hormon Insulin als Träger. Bei Problemen mit der Insulinversorgung kann es schnell zu einer Über- bzw. Unterzuckerung des Blutes kommen und somit zu einer Unterversorgung der Zellen.

Kohlenhydrate

Bei der Ernährung spielen Kohlenhydrate eine wichtige Rolle. Die Anzahl der Zuckerbausteine entscheidet, zu welcher Gruppe ein Kohlenhydrat gehört, denn Zucker ist nicht gleich Zucker. Es existieren brauner Zucker, Raffinade, Weißzucker, Traubenzucker, Maltose, Dextrose und weitere Zuckersorten. Brauner Zucker ist nicht vollständig gereinigter Rüben- bzw. Rohrzucker. Zu weißem Zucker besteht außer der Farbe kaum ein Unterschied.

Einfachzucker sind Monosaccharide wie Traubenzucker (Glukose) oder Fruchtzucker (Fruktose), die in Obst oder Honig vorkommen. Zweifachzucker (Disaccharide) sind beispielsweise der gewöhnliche Haushaltszucker, Malz- und Milchzucker. Einfach- und Zweifachzucker schmecken süß und kommen daher in Süßigkeiten und Schokolade vor. Als bloße Energieträger beinhalten sie weder Vitamine, noch Mineralstoffe. Neben Ein- und Zweifachzuckern gibt es noch die Gruppe der Mehrfachzucker oder Polysaccharide. Stärke gehört zu dieser Gruppe und ist in Getreide, Vollkornprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten enthalten. Bevor dieses Kohlenhydrat vom Körper genutzt werden kann, muss es im Darm zu Glukose aufgespalten werden. Bei diesem Prozess steigt der Blutzuckerspiegel bei Mehrfachzuckern nur langsam an, was zur Folge hat, dass die benötigte Energie nicht sofort zur Verfügung steht.

Haushaltszucker wird aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen. Zuckerrohr und Zuckerrüben speichern Zucker in großen Mengen. Zwei Drittel des Bedarfs an Saccharose (Haushaltszucker) weltweit wird aus Zuckerrohr gewonnen. In Europa aus Zuckerrüben. Zuckerrohr kann in unseren Breitengraden nicht gedeihen.

Wieso schmeckt süßes so gut?

Die Vorliebe für Süßes ist uns in die Wiege gelegt. Eine Rolle spielten unsere Vorfahren. Entscheidend für das Überleben in damaliger Zeit war kohlenhydrathaltige, also kalorienreiche Kost. Da diese häufig süß schmeckt, ist Süße nicht nur in der Urzeit ein Garant für die Verträglichkeit von Nahrung. Während Zucker einen süßen, angenehmen Geschmack entfaltet, schmecken giftige Pflanzen und Lebensmittel eher bitter, Verdorbene sauer.

Da kohlenhydratreiche Kost nicht überall zur Verfügung stand, war es nötig, Energiereserven anzulegen. Man musste schnell und viel kohlenhydratreiche Kost zu sich nehmen. Zucker als ein schneller und süßer Energielieferant war und ist daher erste Wahl und wird daher so gern verzehrt. Um Energiereserven anzulegen nimmt man mehr Zucker zu sich, als der Stoffwechsel es gerade benötigt. Überschüssiger Zucker wird in eine Depot- und Fettreserve umgewandelt. Man wird dicker und beklagt sich häufig über eine Gewichtszunahme. Daran ist jedoch nicht die bloße Einnahme von Zucker oder Fett Schuld, sondern wie bereits erwähnt der Genuss von Zucker im Übermaß. Zucker und Fette ganz zu verbannen ist daher unnötig, solange man diese in Maßen zu sich nimmt.

Wieviel Zucker am Tag?

Pro Tag sollte der Anteil zugesetzten Zuckers nicht mehr als zehn Prozent betragen, Ernährungswissenschaftlern zufolge. Bei Erwachsenen mit einem täglichen Energieverbrauch von 2.000 kcal wären das höchstens 50 g Zucker pro Tag. Und bei den Unmengen an Lebensmitteln, die wir täglich zu uns nehmen, wird der Grenzwert schnell erreicht oder sogar überschritten. Wie bereits erwähnt kann das Überschreiten des Grenzwertes zu einer Gewichtszunahme führen. Zu viel Zucker macht dick. Ein Problem von Übergewicht ist, dass dies Krankheiten auslösen kann. Beispiele sind Rücken- und Gelenkschmerzen, koronare Herzkrankheiten, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck oder Karies. Eine ausreichende Bewegung , bewusstes Essverhalten und ein angepasster Genuss von Schokolade oder anderen süßen Lebensmitteln kann dem entgegenwirken.

Oftmals ist es einem nicht bewusst, wieviel Zucker manche Lebensmittel beinhalten. Ein Blick auf die Verpackung von Lebensmitteln hilft, sich einen Überblick zu verschaffen und so die empfohlene Menge an Zucker nicht zu überschreiten. In der Regel ist dort der Zuckergehalt pro 100 Gramm und für gewöhnlich pro Portion angegeben. Der Zuckergehalt bezieht sich auf die Gesamtmenge an Zucker, nicht nur dem zugesetzten, sondern den in den Produkten bereits enthaltenen Zucker wie Milch- oder Fruchtzucker. Dies ist gesetzlich so festgeschrieben.

Weitere Vorteile?

Zucker ist nicht nur Energielieferant und wichtige Zutat in Lebensmitteln, bei der Zubereitung von Lebensmitteln findet Zucker auch aus anderen Gründen Verwendung. Um den Produkten eine süße Note zu verleihen oder um die Haltbarkeit zu verbessern, indem es beispielsweise als Konservierungsmittel von Konfitüren oder Marmelade dient. Um einen Gärungsprozess in Gang zu setzen oder um die Farbe des Lebensmittels zu verändern. Zucker beeinflusst die Konsistenz von Teig und spielt bei der Herstellung von Alkohol eine Rolle.

Nach dem Genuss süßer Speisen oder Getränke sollten die Zähne geputzt werden, um diese vor dem Befall von Karies zu schützen, denn die Bakterien haben Zucker genauso gern wie wir. Bei stark säurehaltigen Getränken sollte zwischen der Einnahme der Mahlzeit und dem Zähneputzen eine kleine Pause eingelegt werden, da die Säure den Zahnschmelz angreift, der dann abgetragen werden könnte.

Speisen ohne Zucker gewöhnungsbedürftig

Die Vorliebe für süße und fettige Lebensmittel kann man sich abgewöhnen, indem man die Produkte naturbelassen lässt. Ungesüßter Tee schmeckt gewöhnungsbedürftig, sogar sauer. Nach einer Gewöhnungsphase wird zusätzlich beigemengter Zucker aber eventuell als zu süß empfunden. Statt Zucker können andere Zusatzstoffe beigegeben werden. Beispielsweise Ingwer, Zitrone, frische Minze oder Holunderbeeren.

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